Das Manpackgerät SE 6861 war für den militärischen Einsatz konzipiert,
aber es gab auch verschiedene zivile Anwendungen.


1978 bereitete sich der bekannte Extrembergsteiger Reinhold Messner auf seine K2-Besteigung ohne Sauerstoff im Himalaja vor.
Bekanntlich sind bei solchen Expeditionen mehrere Basislager längs der Route erforderlich. Aus Sicherheitsgründen sind Funkverbindungen zwischen den Lagern vorgeschrieben. Reinhold Messner sprach bei uns vor und bat um mehrere Gerätesätze auf Leihbasis. Diese Bitte haben wir ihm gerne erfüllt, war es doch für uns eine weitere interessante Umwelterprobung.
Die Expedition war erfolgreich und Herr Messner war mit unseren Funkgeräten sehr zufrieden. Soo zufrieden, dass er ein Gerät weniger zurück brachte; ein Gerät sei ihm in eine Gletscherspalte gefallen.

Im antarktischen Sommer 1979/80 rüstete Deutschland die erste Antarktisexpedition zum Filchner-Schelfeis aus. Zu dem eisbrechendem Forschungsschiff, einer prvisorischen Station auf dem Schelfeis und mobilen Feldstationen mussten natürlich Kommunikationswege per Funk geschaffen werden. Dafür kamen der UKW- und der Kurzwellen-Bereich in Frage. Bei der Kurzwelle entschied man sich für unser Manpackgerät.
1980/81 wurde die Georg-von-Neumayer-Station auf dem Filchner Schelfeis errichtet. Da man mit unserem Manpackgerät gute Erfahrung gemacht hatte, wurden weitere Gerätesätze angeschafft. Für die Kontakte bei den vielen Hubschrauberausflügen sollten sich die Geräte als unerlässlich erweisen.

1979 richtete die geografische Fakultät der königlich-dänischen Universität in Kopenhagen eine Knud-Rasmussen-Gedächtnisexpedition mit Hundeschlitten quer durch Nord-Grönland aus.
Über unsere dänische Vertretung bat uns die Universität um zwei Manpackgerätesätze leihweise. Wir kamen der Bitte nach und so flog ich mit den Geräten nach Kopenhagen. Im Gebäude der geografischen Fakultät empfing man mich mit grosser Freude. Später gingen wir, der zuständige Professor mit seiner Expeditionsmannschaft, alle im Rollkragenpullover, in den Kopenhagener Stadtpark um den Umgang mit den Funkgeräten und Antennen zu üben.
Die Expedition ist erfolgreich, wie geplant, durchgeführt worden. Auch hier auf den Hundeschlitten hat sich unser Manpack-Funkgerät sehr gut bewährt, wie aus dem Bericht der Teilnehmer hervorgeht.

[Fritz Arends]

Das Gerät SE 6861 mit einer besonderen Geschichte -  Die Manpack-Story 

Anlaesslich einer Geraete-Demo bei einem interessierten Kunden bezüglich der Tauglichkeit unter harten Einsatzbedingungen haben wir von Telefunken uns einmal etwas besonderes einfallen lassen:
Die Kommunikation mit der Gegenstation auf Kurzwelle mit der auf nur 2 W reduzierten Leistung im Einseitenbandbetrieb war bereits erfolgreich demonstriert. Dabei stand das  Funkgeraet auf dem Kotfluegel eines Geländefahrzeugs. Wir standen in einigen Metern davon entfernt. Auf einen Wink von mir startete der Fahrer den Motor und setzte das Fahrzeug abrupt ein paar Meter zurueck, sodass unser Geraet auf den Boden prallte. Nicht genug damit wechselte der Fahrer in den Vorwaertsgang und fuhr mit einem Vorderrad ueber das Manpackgerät hinweg.  Alle Umstehenden standen da mit verdutzten Gesichtern. Wie selbstverstaendlich ging ich (innerlich war ich mir gar nicht so sicher) zu dem Geraet, stellte es wieder auf, ergriff die Sprechgarnitur und setzte die Kommunikation mit der Gegenstation fort, als wenn nichts gewesen wäre.

Zurück bei der Truppe sagte ich mit einem Grinsen :

That‘s German quality, made by Telefunken!

[Fritz Arends, Rolf Meissner]

 


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